Hautarztpraxis Prof. Dr. B. Melnik

und H. Hariry

 

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Hautkrebsvorsorge 

Bei der Hautkrebsvorsorge wird das Hautorgan auf pigmentierte und nicht pigmentierte Hautkrebsvorstufen und Hautkrebse untersucht. Zu den häufigsten nicht pigmentierten Hautkrebsvorstufen zählen harte, schorfartige, rötliche Erhabenheiten (aktinische Keratosen) der Kopfhaut, im Gesicht und an den Handrücken und Unterarmen. Diese aktinischen Keratosen lassen sich mit Kryotherapie, dem CO2-Laser oder mit der photodynamischen Therapie (s. individuelle Gesundheitsleistungen) entfernen. Zu den häufigsten nicht pigmentierten Hautkrebsen zählen die meist hautfarbenen und oft verkrusteten Basalzellkrebse und die Stachelzellkrebse der Haut. Diese Hautkrebsformen neigen meist nicht zur Absiedlung von Tumorzellen und können durch operative Entfernung des Tumors im Gesunden geheilt werden. 

Bei der Diagnostik der nicht pigmentierten Hautkrebse hat sich neuerdings die Fluoreszenz-Diagnostik bewährt, bei der ein nicht pigmentierter Hautkrebs und dessen Ausdehnung durch ein rotes Aufleuchten des bösartigen Areals deutlich mit scharfer Abgrenzung zur Darstellung kommt. 

Die Fluoreszenz-Diagnostik wird daher zunehmend zur Hautkrebsvorsorge, OP-Planung und Tumornachsorge eingesetzt. 

Von größter Bedeutung ist jedoch die Früherkennung des schwarzen Hautkrebses, des malignen Melanoms, da dieser meist pigmentierte Hautkrebs zur Bildung von Tochtergeschwülsten neigt. Bei frühzeitiger Erkennung noch dünner Melanome (kleiner 1 mm Tumordicke) kann meist eine Heilung erzielt werden. Entscheidend ist daher die Aufklärung über individuelle Risikofaktoren des schwarzen Hautkrebses, dessen Häufigkeit in den letzten Jahren dramatisch zugenommen hat. Ab 2000 wird das Lebenszeitrisiko für das Auftreten eines Melanoms bei Hellhäutigen mit 1:75 angegeben. 1935 lag das Lebenszeitrisiko bei 1:1500. Diese Zahlen belegen die besorgniserregende, dramatische Zunahme des Melanoms in der Bevölkerung und rechtfertigen die Durchführung gewissenhafter Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen des Pigmentsystems.

Eine Gesamtzahl von mehr als 50 Muttermalen (Nävi) und das Vorkommen atypischer, sog. dysplastischer Nävi gelten neben anderen individuellen Einflüssen als die wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung des schwarzen Hautkrebses. Die Zahl der Muttermale lässt sich durch eine Vorsorgeuntersuchung leicht ermitteln und durch digitale Videodokumentation für Vergleichsuntersuchungen aufzeichnen. Von besonderem Wert ist jedoch die digitale Auflichtmikroskopie von Muttermalen, insbesondere von klinisch suspekten, atypischen Nävi und bei Melanomverdacht. Besonders hat sich ein computer-gestütztes Untersuchungssystem der Pigmentmale, das MoleScan bei uns bewährt. Hier wird das digital erstellte auflichtmikroskopische Bild eines Pigmentmals mit den abgespeicherten Bildern einer Universitätshautklinik verglichen und im Risikoprofil bewertet.

Mole-Scan

Es konnte gezeigt werden, dass die korrekte klinische Diagnose eines Pigmentmals nur mit dem bloßen Auge mit einer durchschnittlichen Sicherheit von 67% gestellt werden kann. Dagegen kann die diagnostische Sicherheit mit der digitalen Auflichtmikroskopie und MoleScan über 95% steigert werden. Die endgültige diagnostische Sicherheit bietet die feingewebliche Untersuchung nach der operativen Entfernung eines verdächtigen bzw. atypischen Pigmentmals (s. Ambulantes Operieren). Durch die digitale Auflichtmikroskopie, die wir in Verbindung mit dem MoleScan als individuelle Gesundheitsleistung bei der Hautkrebsvorsorge anbieten, lässt sich die Auswahl dysplastischer, operationswürdiger Muttermale präzisieren und die Planung operativer Maßnahmen erleichtern. 


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Stand: 03. Januar 2003 15:51