Hautarztpraxis Prof. Dr. B. Melnik

und H. Hariry

 

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Venenleiden (Phlebologie)

Unsere Praxis verfügt über die Zusatzbezeichnung Phlebologie, die sich mit der Diagnostik und Therapie von Venenleiden und deren Folgeerkrankungen beschäftigt. Venenleiden führen zu chronischen Beinbeschwerden, begünstigen das Auftreten von Thrombosen und die gefürchtete Lungenembolie. Aber auch das "offene Bein" (Ulcus cruris), juckende Stauungsekzeme an den Unterschenkeln, Hautverdickung (Dermatosklerose) und Pigmentverschiebungen sowie überlagerte Kontaktekzeme durch Unverträglichkeit von Cremes und Salben zählen zu den Komplikationen einer venösen Insuffizienz. Unterschenkelekzeme bei Venenpatienten bedürfen der allergologischen Abklärung (Allergologie) zur Identifizierung eines Kontaktallergens.

In unserer Venensprechstunde untersuchen wir mit nicht belastenden, unblutigen Methoden mittels Ultraschall und Lichtreflexrheographie die Funktion der Venenklappen und die Strömungsverhältnisse im Venensystem. Hierdurch lassen sich Defekte und Schwachstellen im Venensystem lokalisieren. Bemerkenswerter Weise sind erste Defekte im Venensystem bei familiärer Belastung schon bei Schülern nachweisbar. Neben der konservativen Kompressionsbehandlung mit Kompressionsverbänden und äußerlicher Ulcus-Behandlung, werden kleinere pathologische Venenabschnitte durch Verödung (Sklerosierung) ausgeschaltet. 

Wichtige Hinweise zur Sklerosierungstherapie

7 bis 10 Tage nach der Verödung müssen Sie über Tag konsequent den Kompressionsverband tragen. Es sollte keine Überempfindlichkeit gegen das Verödungsmittel Aethoxysklerol bestehen. Auch eine Schwangerschaft schließt eine Sklerosierungstherapie aus. Unmittelbar nach Injektion des Verödungsmittels wird ein Kompressionsverband angelegt. Sie sollten sich danach normal bewegen. Die Kompressionsbinde bringen Sie bitte aufgerollt zur nächsten Sitzung wieder mit.

Präoperative Diagnostik

Zur operativen Versorgung größerer krankhafter Venenabschnitte führen wir die erforderlichen phlebologischen Voruntersuchungen durch. Hierbei kann auch eine Kontrastmitteldarstellung des Venensystems erforderlich sein. Jodunverträglichkeit oder Schilddrüsenfunktionsstörungen können dabei zu Komplikationen führen und sollten uns daher im Vorfeld mitgeteilt werden.

Thromboserisikopatienten

Risikopatienten mit Zustand nach tiefen Venenthrombosen, die zu Lungenembolien führen können, bedürfen der phlebologischen Verlaufskontrolle. Verschiedene Störungen im Gerinnungssystem, die zu einer gesteigerten Blutgerinnung führen, konnten in den letzten Jahren entdeckt werden, wie z.B. die Faktor V-Leiden-Mutante. Bei diesem Defekt besteht eine erhöhte Neigung zu Thrombosen, Ulcus cruris und postthrombotischem Syndrom. Die verschiedenen erblichen Defekte des Gerinnungssystems können mit Labortests identifiziert werden. Übergewicht, Bewegungsmangel (Bettlägerigkeit), Rauchen und die Einnahme der Pille (orale Kontrazeption) sind weitere wichtige Risikofaktoren für das Auftreten einer Thrombose. 

Kosmetische Phlebologie

Funktionell unauffällige Krampfadern, kosmetisch störende Venennetze und Besenreiser dürfen nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen entfernt werden. Die Entfernung kosmetisch störender Varizenabschnitte und Besenreiser erfolgt als individuelle Gesundheitsleistung mittels Sklerosierung oder Laser-Behandlung

Vorbeugende Maßnahmen 

Tragen Sie konsequent Ihre Kompressionsstrümpfe, gerade bei sommerlichen Temperaturen. Treiben Sie ausreichend Sport. Vermeiden Sie Übergewicht und Rauchen. Vermeiden Sie als Risikopatient die Pille, die ansonsten in einer niedrigen Östrogenkonzentration gewählt werden sollte. Führen Sie bei längeren Flugreisen zur Aktivierung der Wadenmuskelpumpe Fußhebeübungen durch und bewegen sich im Gang. Risikopatienten sollten während einer Flugreise Kompressionsstrümpfe tragen. Kompressionsstrumpfhosen sind bei entsprechender Vorgeschichte auch bei Schwangerschaften zu empfehlen. Unsere Helferinnen informieren Sie gerne über weitere hilfreiche Venenübungen zum Erhalt eines gesunden Venensystems.

 


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Stand: 03. Januar 2003 15:51